Die Herausforderungen bei der Überwachung von Aufzügen
Aufzüge sind komplexe Anlagen, deren Verfügbarkeit für die Nutzer von entscheidender Bedeutung ist: Bewohner von Wohngebäuden, Patienten in Krankenhäusern, Kunden in Einkaufszentren, Büroangestellte. Ein defekter Aufzug in einem Seniorenheim oder in einem Krankenhaus ist ein Notfall. Für Betreiber und Wartungsunternehmen besteht ein ständiger Druck hinsichtlich der Verfügbarkeit.
Die französischen Vorschriften schreiben Ergebnisverpflichtungen vor (Verfügbarkeitsrate, Frist für die Wiederinbetriebnahme), überlassen die Wahl der Mittel jedoch dem Wartungsdienstleister. Die Ferndiagnose hat sich innerhalb weniger Jahre zum Standardwerkzeug entwickelt, um Verfügbarkeitsraten von über 99 % zu erreichen und gleichzeitig die Wartungskosten zu optimieren.
Architektur einer Aufzugsüberwachungslösung
Feldkomponenten
- IoT-Gateway für Aufzüge: DIN-Schienen-Gehäuse, das im Schaltschrank installiert wird. Anschluss an die digitalen Ein-/Ausgänge (Störung, Betrieb, Kabinenalarm) und optional an den seriellen Bus des Frequenzumrichters.
- Sprechanlagenmodul gemäß NF EN 81-28: Lautsprecher und Mikrofon in der Kabine, ständige Verbindung zur Leitstelle.
- Positionssensor: Impulszähler oder induktiver Sensor an der Niveaunocke zur Ermittlung der Kabinenposition.
- Leistungssensor: optional, zur Messung des Stromverbrauchs des Aufzugs.
Cloud-Plattform
- Standortübergreifendes Dashboard mit Echtzeitstatus jedes Geräts
- Verlauf der Ausfälle und Störungen über 5 Jahre
- Fahrten- und Betriebsstundenzähler für die vorbeugende Wartung
- Kabinenalarmmodul mit Audioaufzeichnung der Anrufe
- Monatliche Verfügbarkeitsberichte pro Fahrzeug und Standort
Wichtige Leistungsindikatoren
| KPI | Definition | Typisches vertragliches Ziel |
|---|---|---|
| Verfügbarkeit | % Betriebszeit über einen bestimmten Zeitraum | > 99,5 % |
| MTTR | Durchschnittliche Zeit bis zur Wiederinbetriebnahme | < 4 Stunden an Werktagen, < 8 Stunden am Wochenende |
| MTBF | Mittlere Zeit zwischen zwei Ausfällen | > 720 Stunden (1 Monat) |
| Reaktionszeit bei Notfällen | Zeit von der Meldung einer Störung bis zum Eintreffen eines Technikers | < 1 Stunde |
| Störungsfreie Fahrten | % der Fahrten ohne festgestellte Mängel | > 99,9 % |
Datengestützte vorbeugende Instandhaltung
Die Überwachung ermöglicht die Einführung einer zustandsorientierten Instandhaltung:
- Türzykluszähler: Türen sind häufig die häufigste Störungsursache. Ein Zykluszähler erkennt Türen, die sich dem Ende ihrer Lebensdauer nähern (100.000 bis 200.000 Zyklen, je nach Modell).
- Frequenzumrichter-Überwachung: Eine Temperaturabweichung am Kühlkörper oder ein Anstieg des Anlaufstroms deutet auf eine Komponente hin, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat.
- Schwingungsanalyse: Ein Beschleunigungsmesser an der Kabine erkennt Verschleiß an den Führungsschienen oder den Gleitstücken.
- Stromverbrauch: Ein allmählicher Anstieg des Stromverbrauchs bei konstanter Last deutet auf eine mechanische Verschlechterung hin (Reibung, Fehlausrichtung).
Anhand dieser Indikatoren können Teile ausgetauscht werden, bevor sie ausfallen, anstatt erst auf eine Störung zu warten.
Verwaltung von Wartungsverträgen
Die vernetzte Überwachung verändert zudem das Vertragsverhältnis zwischen dem Wartungsdienstleister und seinem Kunden:
- Automatische Berichte zur monatlichen Verfügbarkeit – transparent und unanfechtbar.
- Einsatznachweise: Zeitstempel für die Ankunft und den Abgang der Techniker vor Ort.
- SLA-Überwachung: Automatische Benachrichtigungen, wenn eine vertraglich vereinbarte Frist kurz vor der Überschreitung steht.
- Ergebnisorientierte Abrechnung: P5-Verträge (Leistungsverträge) werden durch die automatische Nachverfolgbarkeit der Verfügbarkeit erleichtert.